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Auswahlverfahren der Hochschulen in NRW

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1. Schulnoten

a) Gesamtnote im schulischen Abschlusszeugnis
b) Fachnoten des schulischen Abschlusszeugnisses

2. Fremdsprachenprüfungen

Bei Sprachenfächern und Studiengängen mit internationaler Ausrichtung spielen Fremdsprachenprüfungen traditionell eine wichtige Rolle, da jeweils fremdsprachliche Mindestkenntnisse als notwendige Bedingung für erfolgreiches Studieren vorausgesetzt werden. Die Sprachkompetenz wird üblicherweise unterteilt in die Teilkompetenzen Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben. Zu deren Überprüfung kommen im Wesentlichen Tests, Interviews, Essays oder schriftliche Übersetzungen in Frage.

3. Testverfahren

a) Schulfachbezogene bzw. studienfachbezogene Kenntnistests
Mit Hilfe von Kenntnistests (Achievement Tests) wird überprüft, ob Studienbewerber über die als notwendig erachteten Wissensgrundlagen in studienrelevanten Bereichen verfügen. Auf diese Weise soll das Lehrerurteil anhand eines Außenkriteriums objektiviert und ein vergleichbarer Mindeststandard an Wissen zu Beginn des Studiums gesichert werden.

b) Allgemeine bzw. spezifische Studierfähigkeitstests
Im Unterschied zu Kenntnistests zielen Studierfähigkeitstests nicht auf die Erfassung vorhandener Wissensbestände, sondern messen kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für erfolgreiches Studieren wesentlich sind. Charakteristisch für Studierfähigkeitstests ist demgemäß, dass die Lösung der Aufgaben kein fachliches Vorwissen erfordert und kaum trainierbar ist. Testteilnehmer erhalten mit dem Aufgabenmaterial alle notwendigen Informationen, die sie für die Bearbeitung benötigen.

c) Persönlichkeitstests
Selbstauskünfte über individuelles Erleben und Verhalten sind zentrale diagnostische Daten, die unter anderem durch Persönlichkeitsfragebogen und Interviews erhoben werden können. Ein Persönlichkeitsfragebogen erlaubt die standardisierte Erhebung von Informationen darüber, wie ein Bearbeiter sich selbst einschätzt und was er bereit ist, unter den gegebenen Befragungsbedingungen über sich mitzuteilen. Die Standardisierung gewährleistet eine hohe Durchführungs- und Auswertungsobjektivität.

d) Intelligenztests
Intelligenztests richten sich ebenso wie Studierfähigkeitstests auf die Erfassung kognitiver Fähigkeiten, von denen die Fähigkeit zum schlussfolgernden Denken (reasoning) als eine der zentralen Dimensionen gilt; deren Erfassung spielt deshalb bei den meisten Intelligenztests eine zentrale Rolle.

Wie sind die Tests aufgebaut?

Noch sehr unterschiedlich. Jede Uni kann selbst entscheiden, ob und wie sie Studenten testet. Die intensivsten Auswahlverfahren bestehen aus drei Teilen. Zunächst füllt der Bewerber einen Bogen aus, der biografische Angaben wie Schulnoten, Ausbildungen oder Praktika abfragt. Im persönlichen Gespräch werden dann häufig typische Studien- oder Berufssituationen simuliert, die die Soft Skills aufdecken sollen. Ein fachspezifischer Test ergibt, wie viel Potenzial in dem Bewerber schlummert.

Unterscheiden sie sich also je nach Fachrichtung?

Zumindest sollte es so sein, sonst könnte man gleich beim Abi-Schnitt bleiben. Ein angehender Architekt oder Maschinenbauer wird einige Zeichnungen anfertigen müssen, um sein räumliches Vorstellungsvermögen zu beweisen. Ein potenzieller Lehramtsstudent wiederum könnte einen Aufsatz bekommen, über den es zu referieren gilt. Viele der bisherigen Tests spiegeln aber auch nur die allgemeine Intelligenz.

Wie kann man sich vorbereiten?

Vor allem, indem man sichergeht, dass das Studium zu einem passt. Berufsberatung, Praktika und spezielle Onlinetests können Aufschluss geben. Man kann Probevorlesungen besuchen oder mit Studenten sprechen. Die Hochschulen bevorzugen Bewerber, die wissen, was auf sie zukommt. Sie sollten auch begründen können, warum sie sich ausgerechnet für ihre Uni entschieden haben. Bei den Fachtests werden keine Wunder erwartet; was zählt, sind entsprechende Neigungen und der Wissensstand eines begabten Abiturienten.

Wie erfahre ich, ob meine Hochschule einen Test durchführt?

Indem man sich bei der entsprechenden Fachschaft erkundigt. Hier gibt es auch Auskunft darüber, wie das Verfahren aufgebaut ist: ob der Test mehrstufig verläuft, ob eine besondere Anmeldung und Vorbereitung erwünscht sind, ob jeder Bewerber zum Gespräch eingeladen wird. In den Wirtschaftswissenschaften und der Medizin kann man sich zum Teil sogar Probefragebögen schicken lassen. Sport-, Kunst- und Musikhochschulen führen grundsätzlich Tests durch.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, genommen zu werden?

Die Chancen, für ein teures Fach wie Medizin genommen zu werden, stehen sicher schlechter als für ein Massenstudium wie BWL. Darüber hinaus können sich aber nur kleine Unis und Privathochschulen erlauben, wirklich alle Bewerber persönlich zu begutachten. Bei anderen Hochschulen ist die Einladung zum Gespräch der eigentliche Erfolg. Über die Bewerberzahlen vergangener Semester kann man sich bei der Fachschaft oder Studentenberatung informieren.