Tagwolke

Studienangebot in NRW

Das Angebot an Studiengängen hat sich seit der sogenannten Bolognareform gewaltig verändert.

Im Jahr 1999 unterzeichneten Regierungsvertreter aus 30 europäischen Staaten die so genannte „Bologna-Erklärung“, deren Ziel die Schaffung eines europäischen Hochschulraumes bis zum Jahr 2010 war. Auf mehreren Folgekonferenzen wurde beraten, wie die verschiedenen nationalen Bildungssysteme miteinnander kompatibel gestaltet werden können, um die Mobilität der Studierenden innnerhalb Europas zu verbessern und die Abschlüsse vergleichbarer zu machen.

In einem System mit gestuften Studienabschlüssen stellt der Bachelorabschluss den Regelabschluss eines Hochschulstudiums dar. Das Studium muss wissenschaftliche Grundlagen, Methodenkompetenz und berufsfeldbezogene Qualifikationen vermitteln. Er ist ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss und beinhaltet grundsätzlich dieselben Berechtigungen wie Diplomabschlüsse an Fachhochschulen. Berufsberatung

Der Masterabschluss stellt einen weiteren berufsqualifizierenden Abschluss dar. Er verleiht dieselben Berechtigungen wie Diplom- oder Magisterabschlüsse an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen. An Fachhochschulen erworbene Masterabschlüsse eröffnen den Zugang zu den Laufbahnen des höheren Dienstes in der öffentlichen Verwaltung, wenn dies in der Akkreditierung festgestellt wurde. Masterstudiengänge werden nach den Profiltypen „stärker anwendungsorientiert“ oder „stärker forschungsorientiert“ differenziert. Zugangsvoraussetzung ist immer ein bereits erworbener berufsqualifizierender Hochschulabschluss (Diplom- oder Bachelorabschluss).

Der Zugang zum Masterstudium soll zudem vom Nachweis besonderer Qualifikationen im Hinblick auf die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Studiengangs abhängig gemacht werden. Solche besonderen Zugangsvoraussetzungen können spezielle Sprachkenntnisse, ein Aufnahmetest, ein gutes Bachelorzeugnis und Ähnliches sein. Es ist also ratsam, sich rechtzeitig vorher, zum Beispiel durch eine Studienberatung, über die Zugangsvoraussetzungen für ein Masterstudium zu informieren.

Zunehmend wird aber auch die Wiedereinführung der Diplomstudiengänge diskutiert, welche weltweit hohe Anerkennung erfahren. Gerade in den Ingenieurswissenschaften haben zahlreiche Technische Hochschulen die Notwendigkeit von Diplomstudiengängen erkannt. Die neun größten Deutschen Technischen Hochschulen werden deshalb diese Studiengänge in den nächsten Jahren wieder einführen, um mit die Ausbildung gleichzeitig als Standortvorteil für ihre Hochschule nutzen zu können. Setzt man zu Beginn auf eine zweigleisige Ingenieursausbildung mit Master und Diplom, ist bereits jetzt eine deutlich überwiegende Nachfrage beim Diplom vorhersehbar.

In Nordrhein-Westfalen werden alle gängigen Studiengänge angeboten, die "klassischen" und die "modernen". Die Nachfrage nach den klassischen Studienrichtungen wie Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften ist seit Jahren recht hoch, wogegen Natur- und Ingenieurswissenschaften nach einem Einbruch der Nachfrage zum Ende der 1990er Jahre leicht ansteigendes Interesse verzeichnen und sich wieder mühsam aus der Talsohle herausarbeiten.

Die fünf beliebtesten Studiengänge in NRW waren zum Wintersemester 2009/10:

1. Wirtschaftswissenschaften mit 82.487 Studierenden
2. Maschinenbau mit 31.887 Studierenden (rund 80 Prozent Männer)
3. Informatik mit 31.153 Studierenden (rund 80 Prozent Männer)
4. Rechtswissenschaften mit 27.814 Studierenden
5. Germanistik mit 21.465 Studierenden (rund 75 Prozent Frauen)

Eine genaue Benennung der beliebtesten Studiengänge in NRW finden Sie aunter Studienwahl.