Tagwolke

Studienfinanzierung

Das Tabu Studiengebühren ist gebrochen. Nach Bummelstudenten werden nun auch Erstsemester zur Kasse gebeten. Neben Nordrhein- Westfalen verlangen jetzt auch fast alle anderen Bundesländer Studiengebühren von Erstsemestern pro Semester. Diese Tatsache zwingt viele Studenten, sich über die Finanzierung ihres Studiums Gedanken zu machen. Es lassen sich grundsätzlich fünf verschiedene Hauptformen der Studienfinanzierung unterscheiden:

1. Elternunterhalt
2. Jobben
2. BaföG
3. Studienkredite
4. Stipendien

Die meisten Studierenden werden Ihr Studium mit einer Mischung der eben genannten Finanzierungsformen finanzieren.

Wer kein Bafög bekommt, musste bislang selbst die Ärmel hochkrempeln und mit einem Spagat zwischen Studentenjob und Uni und dem einen oder anderen Zusatzsemester seine Hochschulausbildung finanzieren. Doch nun locken die neuen Bachelor- und Master-, Studiengänge mit einem zügigen Studium und einem schnelleren Berufseintritt. Das bedeutet, Studierende haben weniger Zeit, durch Nebenjobs ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.Wenn du trotzdem auf der Suche nach einem Studentenjob bist, findest du HIER bei Jobmensa, der bundesweit größten Jobbörse für Studenten, eine breite Auswahl an passenden und gut bezahlten Nebenjobs.

Eltern sind Einnahmequelle Nummer 1. Im Durchschnitt finanziert ein Studierender 51 Prozent seines Einkommens über seine Eltern, ermittelte die 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks. Fast ein Drittel des Einkommens resultiert aus eigenem Verdienst neben dem Studium und nur 13 Prozent des Einkommens deckt das Bafög ab. Bildungskredite spielten mit einem Prozent bislang kaum eine Rolle. Teure Hochschulausbildungen werden zunehmend als Investition in das eigene „Humankapital“ gerechtfertigt, die Hochschulen als Wissens-Dienstleistungsunternehmen präsentiert. Tatsächlich spornt die Aufnahme eines Kredits viele zu einem zügigen Studium an. Die Qualitätsanforderungen an die Hochschulen erhöhen sich, der Student wird zum Kunden.

In Deutschland fangen 35 Prozent der Schulabgänger ein Studium an. In den OECD-Ländern sind es dagegen rund 51 Prozent. 19 Prozent beenden das Hochschulstudium mit einem Abschluss. Im OECD-Durchschnitt sind es 32 Prozent. An deutschen Unis dauert ein Studium im Schnitt sechs Jahre, gegenüber fünf Jahren in OECD-Ländern. 16 Prozent der Hochschulabsolventen in Deutschland sind Kinder von Eltern ohne Abitur. (USA und Australien: 20 Prozent, Kanada: 24 Prozent) Der Anteil der Studierenden aus niedrigen sozialen Herkunftsgruppen ist auf zwölf Prozent im Jahr 2003 gesunken Die vom Deutschen Studentenwerk ermittelten Zahlen verdeutlichen den Notstand an deutschen Hochschulen. Studiengebühren drohen diesen Zustand weiter zu verschärfen und noch mehr Studenten von einem langen und teuren Studium abzuhalten. 

Speziell auf Studenten zugeschnittene Studentenkredite scheinen alle Finanzprobleme der angehenden Akadmiker zu lösen. Die Bankinstitute locken mit günstigen Zinsen, flexibler Rückzahlungsdauer, eingebauter Überschuldungsbremse und einem tilgungsfreien Zeitraum von ein bis zwei Jahren nach dem Abschluss. Klingt alles sehr verlockend, kann aber ganz schön ins Geld gehen und dem Absolventen schon vor seinem Start ins Berufsleben einen Schuldenberg von 30 000 Euro bescheren. Nichtsdestotrotz wären laut einer Umfrage von United Research 21 Prozent der Studenten und knapp 14 Prozent der Eltern bereit, sich für ein Studium zu verschulden.

In anderen Ländern gibt es ein bereits ein breites Angebot an Krediten, unabhängig von Studiengebühren. Der Staat übernimmt in der Regel die Ausfallrisiken von Studienkrediten. Die Zinsen werden darüber hinaus oftmals noch direkt subventioniert. In Australien beträgt der Real-Zinssatz sogar 0. In Großbritannien übernimmt die staatliche „Student Loans Company“ die administrativen Kosten der Studienfinanzierung.

Neben vielen kleineren regionalen Instituten gibt es Angebote von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), von der Deutschen Bank, der Sparkasse, der DKB-Bank und von Privaten Bildungsfonds wie Career Concept. Die SEB Bank bietet einem überschaubaren Kreis von privaten Hoch- und Fachhochschulen spezielle Finanzierungsmöglichkeiten an. Für die Studierenden lohnt sich ein Vergleich im Detail, denn je nach Höhe des Kredits, Laufzeit und Raten sind die Unterschiede zum Teil erheblich. Das CHE-Institut untersucht und vergleicht in einer jährlich erscheinenden Studie die Anbieter sowie die Angebote von Studienkrediten.

Der Elternunterhalt spielt nach wie vor eine tragende Rolle zur Finanzierung des Studiums. Ein „Normalstudent“ benötigt laut des Studentenwerks etwa € 700 für den Lebensunterhalt.

Ein Stipendium ist eine finanzielle Unterstützung für Künstler, bzw. Schüler, Studenten oder Jungwissenschaftler (die dann als Stipendiaten bezeichnet werden) und als solche ein wesentliches Element der Begabtenförderung. Viele Stipendien werden auch von Wirtschaftsverbänden und Untenehmen vergeben. Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen verwies in einem Deutschlandfunk- Interview darauf, dass „zunehmend auch Unternehmen Stifter sind, auch mittelständische“. Zunächst aber sind es Großunternehmen, die Stipendien für Studierenden anbieten.

Hauptziele des BAföG sind die Erhöhung der Chancengleichheit im Bildungswesen sowie die Mobilisierung von Bildungsreserven in den einkommensschwächeren Bevölkerungsschichten. Das Ziel einer Chancengleichheit in dem Sinne, allen Studenten ein nebenarbeitsfreies Studium zu ermöglichen, wird allerdings nur eingeschränkt erreicht. Die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks belegt, dass 67 % der Studenten in Deutschland eine Neben-Erwerbstätigkeit ausführen, um das Studium und sonstige Kosten zumindest anteilig zu finanzieren.